|
„Missa
Sancti Marcellini“ von Johann Beer
Dank
der hervorragenden Arbeit der Chorleiter Hans-Martin Uhle,
Manfred Wipler und Thomas Vogt bei der Einstudierung des Werkes
mit ihren Chören A-Cappella-Chor Halle, Lehrerchor Halle und
Konzerthallenchor Halle hat der Chorverband Giebichenstein e.V.
einen anspruchsvollen Beitrag zum Händeljahr 2009 leisten
können, der in der Presse wie folgt gewürdigt wurde:
Rezension
veroeffentlicht in der MZ vom 30.06.2009 / Seite 10 (Regionalteil
Saale-Kurier)
Einflüsse
eines Zeitgenossen auf den Meister -
Ein
Chorkonzert mit Werken Johann Beers
von
Klaus Haake
Halle/MZ
– Einen gewichtigen Beitrag zum Haendel-Jahr leistete die
hallesche Chorvereinigung in der Konzerthalle Ulrichskirche mit
der „Missa Sancti Marcellini“ von Johann Beer
(1655-1700). Denn die Erforschung musikalischer Einfluesse auf
den jungen Haendel darf Beer nicht uebersehen, der vielseitig als
Komponist, Literat, Instrumentalist und Saenger ab 1677 in Halle
und nach 1680 in Weissenfels wirkte.
Ein
grosses Ensemble bot am Samstag unter Dirigent Gunter Berger
fesselnde und klangschoene Kunst. Bedeutenden Anteil daran hatten
die etwa 100 Saenger des Konzerthallenchores, des
A-cappella-Chores und des halleschen Lehrerchores mit chorischer
Geschlossenheit, sicheren Koloraturen und polyphonen Strukturen
sowie praechtiger Klangfuelle.
Die
jungen Solisten Jeannette Rack und Manja Stephan (Sopran),
Franziska Schacht und Ulrike Bolduan (Alt), Stephan Scherpe und
Dominic Grosse (Tenor) sowie Friedemann Walther und Felix
Schoenherr (Bass) gefielen in schlanker Tongebung und
gestalterischer Eindringlichkeit.
Zuverlaessige
instrumentale Stuetze und klangliche Farbigkeit war dem stets
aufmerksam mitgehenden Telemann Kammerorchester aus
Michaelstein zu danken.
Berger
leitete das Geschehen mit Uebersicht und viel Sinn fuer
musikalische Entfaltung und Lebendigkeit.
Das
Publikum erlebte eine frische, lebensbejahende Musik, der ein
fester Platz in unserer Erbepflege gebuehrt. Viel Beifall
belohnte die Leistung aller Mitwirkenden. Doch bei weiteren
Auffuehrungen sollten die Hoerer den Text erhalten, um der
Darbietung bewusster folgen zu koennen. Auch waeren noch
Kleinigkeiten hinsichtlich der musikalischen Architektur, der
Tempi und Detaillgestaltung zu bedenken. Doch ist dies marginal
angesichts des grossen Verdienstes, einen leider weiterhin
unbekannten Komponisten mit dieser wirkungsvollen und schoenen
Auffuehrung in die Gegenwart geholt zu haben.
Nicht
gluecklich war dagegen der vorangestellte Variationssatz „The
harmonious Blacksmith“ aus Haendels Klavier-Suite E-Dur,
der in einer Bearbeitung fuer Streichquartett kaum seinen
anmutigen Zauber entfalten konnte.
Anm.d.Red.
: Die Solistin Frau Manja Stephan wurde vertreten durch Frau
Karin Gyllenhammar – 2.Sopran
Der
Solist Herr Friedemann Walter wurde vertreten durch Herrn Ezra
Jung – 1.Bass
|